Demo für Knut
Am Samstag trafen sich rund 200 Knut-Fans vor dem Berliner Zoo, um gegen den Plan, Knut auszustopfen und im Naturkundemuseum auszustellen, zu demonstrieren. Es wurden Kerzen angezündet, man ließ weiße Ballons aufsteigen und präsentierte Transparente, auf denen für Knuts würdevollen Abschied und gegen die Präparation Position bezogen wurde. Der Berliner Zoo will den Eisbären nun aber nicht mehr ausstopfen, sondern eine Demoplastik anfertigen – was bedeutet, das lediglich sein Fell auf einen künstlich hergestellten Körper aufgezogen wird. Vielen Knut Anhängern und Tierrechtlern dürfte das aber egal sein, da das Endergebnis, nämlich Knuts Überreste zur Schau zu stellen, das gleiche ist. Jochen Kolbe (Organisator der Demo) sagte: „Knut hat dem Zoo viele Millionen Euro eingebracht. Er hat einen würdevolleren Abschied verdient.“ Jedoch ist bisher kein Richtungswechsel des Zoos, was seine Entscheidung betrifft, abzusehen. Der massive Wiederstand gegen die Entscheidung und auch den Zoo-Chef war deutlich auf Transparenten der Knut- und Tierfreunde zu lesen. So zum Beispiel: „Herr Blaszkiewitz – Sie sind ein Witz. Stopfen Sie Ihr Herz und Hirn aus“. Jedoch ging es bei den Protesten nicht nur um Knut allein, sondern auch um das Thema, wie und ob Wildtiere in Zoos gehalten werden sollten. In der Vergangenheit gab es des Öfteren verschiedene Vorwürfe und Kritiken zu dem Thema artgerechte Haltung in Zoos. So auch bei Knut, als er von den mit ihm im Gehege lebenden 3 Eisbärdamen gemobbt und sogar gebissen wurde. Einige Tierschützer und Experten befürchtete schon, er könnte auf Grund der Aggressionen der 3 unter einem Stress bedingten Trauma leiden und vermuteten dies auch teilweise bei seinem Ableben als mögliche Ursache, was sich aber auch nach seiner Obduktion nicht bestätigt hat.
Am 11. April 2011 um 19:55 Uhr
Ja, es war nicht die Ursache, beigetragen hat es aber sicher dazu, dass seine Krankheit eventuell zunimmt, oder dass die Imunität sinkt… ich kann es bloß nicht glauben, dass ausgerechnet er, der jüngste Bär im Gehege, aus dem Nichts krank geworden ist.
Es ist alles so traurig. Wenn man an die Sorge denkt, an die Aufmerksamkeit, an die Zärtlichkeit mit welcher er damals gerettet und gepflegt worden ist, groß gezogen, in so einem krassen Gegensatz zu den Umständen, unter welchen er zu seinem Ende hin leben musste. Er war und bleibt etwas absolut Besonderes. Tiere haben auch Charisma, sie können auch bezaubern. Haben wir ja alle gesehen.
Schlaf gut, mein Kleiner. Ich schreib dir immer wieder, bis mir das letzte Wort übrigbleibt, denn dein Tod und das, was danach grad eben um dich passiert, hat auch mit dem gesamten Verhältnis des Menschen gegenüber dem Rest der Welt (=Lebewesen) zu tun. Der Mensch ist durchaus die grobste Spezies die es gibt…
Am 13. April 2011 um 13:29 Uhr
Ich empfinde Ekel wenn ich überhaupt daran denken muss das Knut ausgestopft werden soll. Anscheinend ist das Gehirn derjenigen schon ausgestopft worden, die überhaupt auf diese Idee gekommen sind. Das macht mich einfach nur traurig….
Noch trauriger, als ich eh schon nach dem Tod von Knut schon bin. Knuts
Tod hat eine Narbe in meinem Herzen hinterlassen. Ich kann seit dem an nicht anderes mehr denken. Ich musste sogar 2 Wochen krankgeschrieben werden, weil ich einfach depressiv geworden bin.
Ich finde die Millionen Knut Fans in Deutschland haben eine würdevolles Andenken verdient. Ich habe am Wochenende in unserer Gruppe darüber diskutiert. Wir sind zu dem Ergebniss gekommen das F.Zander einen Abschiedssong schreiben sollte, den er im Berliner Reichstag zu einer offiziellen Trauerstunde singen soll.
Desweiteren kam der Vorschlag, das Fell von Knut in kleine Stücke zu zerschneiden und jedem ehrlichem Fan ein Stück Knut zukommen zu lassen.
Knut, ich grüß dich tausendmal, hoffentlich bist du im Bärenhimmel und triffst Bruno…