Über Knut – Nachruf

Wer erinnert sich nicht an Knut, den knuddeligen, kleinen Eisbären aus Berlin? 2006 und 2007 berichteten die Medien weltweit von der ersten Eisbären-Geburt seit mehr als 30 Jahren im Berliner Zoologischen Garten. Die Tatsache, dass die Eisbärenmutter das Schneebällchen nicht annahm und Knut zunächst im Brutkasten aufgezogen wurde, weckte besonderes Interesse. Die Welt fieberte mit – wird es Knut schaffen?

Wir waren alle ein bisschen Knut … die kleinen Wuschelohren, tapsige Schritte und ein Pfleger, Thomas Dörflein, der den Eisbären mit der Flasche aufzog: Süsse Bilder die wir nie vergessen werden. Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis brannten. Medienstar und menschlicher Freund und Helfer.

Der Liebling der Nation, entwuchs mit der Zeit dem Kindchenschema, das Medieninteresse ließ nach. Wer will schon was von einem großen Eisbären, einem Raubtier, wissen? Als hätte er theatralische Auftritte geliebt: Knut starb im März 2011, mehr als zwei Jahre nach seinem Pfleger, tragisch vor den Augen der Zoobesucher- vermutlich an einer Gehirnentzündung.

Was hat uns Knut gebracht? Sein Image wurde gnadenlos vermarktet und einige verdienten sich damit eine goldene Nase. Sein großes Verdienst aber ist, dass die Welt von den Eisbären Kenntnis genommen hat wie nie zuvor. Und davon, dass diese Tiere zwar in Zoos als Babys putzig anzusehen sind, ihre Welt aber die freie Wildbahn ist. Und bis zu einigen Menschen ist sogar vorgedrungen, dass dieser Lebensraum stark gefährdet ist.

Und dies gilt nicht nur für die Umwelt der Eisbären, die eigentlich auf die mittlerweile schmelzende Eiswüste angewiesen sind, sondern für die Lebensräume vieler frei lebender Tiere. Weltweit werden ihre Lebensbedingungen beschnitten und damit schlechter. Ganze Spezies laufen Gefahr, ihre Lebensgrundlage zu verlieren und völlig zu verschwinden. Das Ganze hat globale Auswirkungen, bis hin zur Lebensqualität der Menschen.

Gründe genug, Flagge zu zeigen und im Rahmen der Möglichkeiten den Tier- und Umweltschutz zu unterstützen. Sei es allein durch Einstellungsänderung, lokales Handeln oder Initiativen wie die vorweihnachtliche Fressnapf-Spendenaktion – eine Kampagne die Tierfreunden Spaß macht und deren Erlöse dem Deutschen Tierschutzbund zugute kommen.

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